The Main Event

Blue Moon

Titel

Blue Moon

Text & Musik

Musik von Richard Rodgers (1933), neuer Text von Lorenz Hart (1934)

Infos I

Die Legenden, die sich um die Entstehung manches Evergreen im Great American Songbook ranken, haben oft eines gemeinsam, nämlich daß das Lied eher zufällig oder quasi nebenbei entstanden sei, ohne großen Aufwand und Mühe, um dann unverhofft um die Welt zu gehen. Und manchmal ist es ja tatsächlich so gewesen. Doch es gibt auch andere Geschichten – denn manchmal taten sich auch prominente Komponisten schwer mit einem neuen Song, und es dauerte Monate oder sogar Jahre mit vielen verschiedenen Versuchen, bis Melodie und Text ihre endgültige Gestalt gefunden hatten. Ein schönes Beispiel dafür ist die Entstehung von „Blue Moon“.

Seit sich der Komponist Richard Rodgers (1902-1979) und der Textdichter Lorenz Hart (1895-1943) beim Studium an der Columbia University kennengelernt und Anfang der Zwanziger Jahre zusammengetan hatten, wurden sie mit ihren Liedern bald zu einem der bekanntesten Gespanne der Broadway- und Filmmusicalbranche. Viele dutzend ihrer Lieder sind bis heute weltbekannt, wurden und werden unzählige Male interpretiert und gehören zum klassischen Grundgerüst des American Songbook. Dementsprechend prominent sind Rodgers & Hart auch in Sinatras Repertoire vertreten, der Songs wie „The Lady Is A Tramp“ , „Bewitched“ , „My Heart Stood Still“ , „My Funny Valentine“ , „Where Or When“ und andere jahrzehntelang im Programm hatte. Wer mehr über die vielen gemeinsamen Erfolge des Duos lesen möchte, denen erst Larry Harts früher Tod 1943 ein Ende setzte: Die tolle Website http://www.lorenzhart.org lohnt immer einen Besuch.

Gerade seit einem Monat standen Rodgers & Hart bei MGM unter Vertrag, als sie im Frühjahr 1933 den Auftrag bekamen, Musik und Lieder für das Musical-Comedy-Project “Hollywood Revue Of 1933“ zu schreiben – eine lockere Aneinanderreihung von Sequenzen, in denen eine Reihe der damaligen MGM-Topstars auftreten sollten. Gleich fünf verschiedene Regisseure verschliß der Streifen, viele Stars sprangen ab, und als er schließlich zum Jahresende unter dem neuen Titel “Hollywood Party“ in die Kinos kam, waren an namhaften Stars nur noch Jimmy Durante (als „Schnarzan der Eroberer“ ), Jack Pearl (als „Baron Munchhausen“) und Stan Laurel & Oliver Hardy übrig geblieben (die immerhin eine klassische Szene abliefern, in der jede Menge rohe Eier zu Bruch gehen). Der Streifen wurde ein Flop.

Für eine geplante Szene mit Jean Harlow (1911-1937), die damals gerade zum neuen Jungstar aufgebaut wurde, schrieben Rodgers & Hart ein Lied mit dem Titel “Prayer (Oh Lord, Make Me A Movie Star)“ – es war die Geburtsstunde der Melodie von „Blue Moon“. Als junges Mädchen vom Lande sollte Harlow darin ihren Traum besingen, Filmstar zu werden.

Nur ganze drei von ursprünglich 12 neuen Songs, die Rodgers & Hart komponiert hatten, schafften es in den Film – auch die Szene mit Jean Harlow wurde nicht gedreht, „Prayer“ gar nicht erst aufgenommen. Rodgers & Hart blieb nur, das Stück im Juli 1933 als „unpublished work“ zum Copyright anzumelden.

Infos II

Schon ein knappes Jahr später holten Rodgers & Hart die Melodie von „Prayer“ wieder hervor, als sie im März 1934 bei MGM die Musik für den Film “Manhattan Melodrama“ (Regie: W.S. Van Dyke) mit Clark Gable, William Powell und Myrna Loy in den Hauptrollen komponierten. Lorenz Hart schrieb zu Rodgers‘ Melodie einen komplett neuen Text, der als Titellied des ganzen Streifens gedacht war, und die beiden nannten den so entstandenen neuen Song “It’s Just That Kind Of Play (Manhattan Melodrama)“.

Der Text lohnt noch heute einen Blick (oder man kann sogar versuchen, den Refrain zur bekannten Melodie zu singen), mutet doch Harts lyrische Beschreibung der hektischen Anonymität in den Häuserschluchten New Yorks auch noch nach 70 Jahren modern an.

Vielleicht waren diese Verse aber damals „zu modern“ – jedenfalls verzichteten die Produzenten schließlich noch vor Abschluß der Dreharbeiten auf den Song. Und so landete auch der zweite Versuch von Rodgers & Hart in der Ablage „unveröffentlicht“.

Doch als MGM nur kurze Zeit später noch eine Nachtklub-Nummer für den Streifen verlangte, also einen „Saloon Song“, sahen Rodgers & Hart ihre Chance gekommen, die Melodie doch noch unterzubringen – wieder schrieb Lorenz Hart einen völlig neuen Text, wobei er sich diesmal an das Schema des ersten Versuches von 1933 anlehnte. Jetzt hieß das Stück “Prayer (The Bad In Ev’ry Man), und es gelangte tatsächlich in den fertigen Film, der im Frühsommer in die Kinos kam. Gesungen wurde er dort von Shirley Ross (1913-1975), einer jungeren Sängerin, die später an der Seite von Bing Crosby und Bob Hope bekannt werden sollte; 1940 stellte sie mit „It Never Entered My Mind“ einen weiteren Rodgers & Hart-Evergreen vor.

Mit schwarzgefärbtem Gesicht interpretierte Ross auf einer Nachtklubbühne, die den legendären „Cotton Club“ in New York City darstellen sollte, schrieb Harts neue Verse:

Oh Lord,
I could be good to a lover,
but then I always discover
the bad in ev’ry man.

Der Film startete zunächst mit nur mäßigem Erfolg, und das Lied stieß auf keine besondere Resonanz beim Publikum. So schien nichts darauf hinzudeuten, daß aus der jetzt erstmals veröffentlichten Melodie einmal ein Welthit werden würde... bis zum 22. Juli 1934.

Infos III

Außer vielleicht Bonnie & Clyde hat wohl kein Gangster in den USA jemals einen solchen Status erreicht wie John Dillinger (1903-1934), der bei zahlreichen spektakulären Banküberfallen horrende Summen erbeutet hatte und dabei die Polizei immer wieder an der Nase herumführte. So wurde er nicht nur zum meistgesuchten Mann der USA, sondern genoß bei Teilen der Bevölkerung auch insgeheime Bewunderung – besonders, als ihm im März 1934 eine filmreife Flucht aus einem Gefängnis in Indiana gelang, wobei er das Wachpersonal mit einer Pistolenattrappe aus Holz „in Schach“ hielt, die er mit schwarzer Schuhcreme eingeschmiert hatte, und dann mit dem vor dem Gefängnis geparkten Auto des Sheriffs davonbrauste. Im Frühjahr 1934 war er „America’s #1 Most Wanted“, und sein Steckbrief hing im ganzen Land.

Dillinger aber fühlte sich so sicher, daß er am 22. Juli 1934 in Chicago ins Biograph Theatre an der Lincoln Avenue spazierte, um sich „Manhattan Melodrama“ anzusehen – im Film spielt Clark Gable den Gangster „Blackie“, der erhobenen Hauptes und mit einem Lächeln auf den Lippen auf den Elektrischen Stuhl wandert. Doch einer von Dillingers Fluchthelferinnen hatte ihn kurz zuvor an das FBI verraten, das noch während der Vorstellung das Kino umstellte. Als Dillinger herauskam, eröffneten dutzende Beamte sofort das Feuer. Dillingers Tod beherrschte über Wochen die Schlagzeilen – und „Manhattan Melodrama“ wurde als „der Film, den Dillinger vor seinem Tod ansah“ doch noch zum Kassenschlager.

Das wiederum rief die Produzenten bei MGM auf den Plan. Gerne wollte man Rodgers‘ Melodie für „The Bad In Ev’ry Man“ jetzt vermarkten, die man für recht eingängig hielt, doch Harts Text erschien den Verantwortlichen zu „sperrig“, Lorenz Hart möge doch bitte etwas „kommerzielleres“ schreiben. Was dieser nach anfänglichem Zögern – würde sich ein vierter Versuch wirklich lohnen? – auch tat. Das Ergebnis hieß „Blue Moon“... der einzige Song überhaupt von Rodgers & Hart, der in seiner endgültigen Form nicht direkt aus einem Musical oder einem Film stammt.

Infos IV

Als Titel für seinen neuen (den vierten) Text wählte Lorenz Hart “Blue Moon“, ein Anklang an den Ausdruck „once in a blue moon“, der etwa soviel bedeutet wie „nur alle Jubeljahre“ im Deutschen – „blue moon“ nennt man den zweiten (bzw. sogar dritten) Vollmond innerhalb eines Kalendermonats, ein Ereignis, das eben nur höchst selten eintritt. Danach gestaltete Hart auch die Story seines neuen, schlichten Texts, in dem der Protagonist sein Liebesglück besingt, das er für gänzlich unwahrscheinlich gehalten hatte.

Rodgers & Hart selbst waren mit der neuen Fassung nicht allzu glücklich; besonders Hart meinte, der Text sei zu kommerziell und habe zu wenig Tiefgang. Doch nachdem das damals äußerst beliebte Radioprogramm „Hollywood Hotel“ das neue Lied zu seiner Erkennungsmelodie gemacht hatte, entwickelte sich „Blue Moon“ mit der Melodie aus dem populär gewordenen Film alsbald zum Renner. Und nicht nur das: Es wurde das erfolgreichste Lied überhaupt von Rodgers & Hart, bis heute viele Millionen Male verkauft und von mehr als tausend verschiedenen Künstlern gecovert, einer der[/i ]Standards schlechthin. Gleich über mehrere Jahrzehnte hinweg kam das Stück zudem immer wieder in die Billboard-Charts – eine Erfolgsgeschichte, die hier wenigstens kurz skizziert sei.

Die erste Schallplattenaufnahme von „Blue Moon“ hatte im Herbst 1934 Ted Fiorito mit seinem Orchester vorgestellt, noch im selben Jahr erschienen Aufnahmen vom Orchester Isham Jones und eine weitere Vokalversion von Connie Boswell (Brunswick). Schon im Jahr darauf, 1935, kamen gleich drei verschiedene weitere Aufnahmen in die Top-Five: Ray Noble und sein Orchester (mit Gesang von Al Bowlly) brachte es bis auf Platz 5, Benny Goodmans Fassung (mit Gesang von Helen Ward, auf Columbia) kletterte auf Rang 2 – und Glen Gray & The Casa Loma Orchestra mit seinem Sänger Kenny Sargent stürmte an die Spitze der Charts.

Wie damals üblich, zogen weitere Tanzkapellen bald mit eigenen Versionen nach (1940 auch Tommy Dorsey mit Frank Sinatra – dazu unten gleich mehr). Auch eine Reihe von Jazzkünstlern nahmen den Song in ihr Repertoire, z.B. das Oscar-Peterson-Trio (1946) und dann Ted Weeds (1947), der mit seiner Aufnahme ebenfalls bis auf Platz 1 der Billboard-Charts gelangte. In der Komödie „The Marx Brothers At The Circus“ (1939) kam das Stück, in Form eines Harfensolos von Harpo Marx, auch zu ersten Filmehren.

Einen weiteren immensen Popularitätsschub verdankte „Blue Moon“ dann dem Sänger Mel Tormé (1925-1999), der seine Version erstmals 1948 in dem großen Filmmusical über das Leben von Rodgers & Hart “Words And Music“ (MGM, Regie: Norman Taurog) zu Gehör brachte und im Jahr darauf mit Pete Rugolo auch als Single herausbrachte. Über Jahrzehnte blieb „Blue Moon“ Tormés „signature song“. Im Gefolge Tormés, dessen Single 1949 auch in den Charts erfolgreich war, kam im selben Jahr Billy Eckstine (mit dem Orchester von Hugo Winterhalter) hinzu; bald folgten Größen wie Louis Armstrong, Dizzy Gillespie, Django Reinhardt und zahlreiche andere.

Hervorzuheben sind vor allem Billie Holiday (1952 auf ihrem Album „Billie Holiday Sings“, Clef, u.a. mit Oscar Peterson, Barney Kessel, Ray Brown und Sinatras Schlagzeuger Alvin Stoller), Ella Fitzgerald („The Rodgers & Hart Songbook“, Verve 1956), Carmen McRae (Album „Blue Moon“, Decca 1957), Tony Bennett („Long Ago And Far Away“, Columbia 1958), Sam Cooke („The Wonderful World Of Sam Cooke, Keen Records 1959) und Julie London („This Is Julie Vol.2“, 1959).

Doch sollte „Blue Moon“ noch ein weiterer Triumph in einer ganz anderen Musiksparte bevorstehen – eingeleitet wurde das in gewisser Weise von Elvis Presley. Der nämlich spielte das Stück bei einer seiner ersten Sessions am 19. August 1954 im legendären Sun Studio in Memphis/Tennessee ein, begleitet von Gitarre und Baß (vgl. zu den Veröffentlichungen der verschiedenen Takes http://www.keithflynn.com ), sang allerdings dabei nur Teile von Harts Text. RCA veröffentlichte die Aufnahme dann erstmals 1956. (Im Netz wird die Aufnahme des öfteren mit Elvis‘ Aufnahme von „Blue Moon On Kentucky“ verwechselt – für die Auskunft zur Session mein Dank an das Forum vom Elvis-Club Berlin )

1961 dann brachte die amerikanische Vokalgruppe The Marcels als Titelsong eines gleichnamigen Albums eine Neuaufnahme im „Doo-Wop“-Stil (benannt nach den charakteristischen Nonsenssilben) heraus, die im April 1961 in kürzester Zeit an die Spitze der Billboard-Charts schoß und heute zu den 500 besten Aufnahmen der „Rock’n’Roll Hall Of Fame“ gezählt wird. Die Aufnahme beeinflußte auch spätere Fassungen (zum Beispiel die der Gruppe Sha-Na-Na im Filmmusical “Grease“ 1978) und fand 1982, neben Fassungen von Bobby Vinton und Sam Cooke, in “An American Werewolf In London“ erneut Verwendung.

Richard Rodgers allerdings, ähnlich wie Cole Porter als äußerst streitbarer Komponist bekannt, wenn es um die Interpretation seiner Lieder ging, fand die Aufnahme der Marcels so furchtbar, daß er 1961 auf eigene Kosten zahlreiche Zeitungsanzeigen schalten ließ, in denen er vor einem Kauf der Aufnahme warnte. Genutzt hat es ihm nichts – schon 1961 wurden über 2,5 Millionen Exemplare der Marcels-Version verkauft.

Immerhin konnte sich Rodgers damals vielleicht mit „The Voice“ trösten – denn Anfang 1961 hatte Frank Sinatra gerade seine Studioaufnahme bei Capitol herausgebracht (siehe unten), und im März 1963 steuerte auch Dean Martin bei Reprise seine Fassung des Liedes bei (zu hören auf CD #3 der Bear-Family-Box).

Von den zahllosen späteren Versionen seien an dieser Stelle nur noch die von Bob Dylan (auf dem Album „Self Portrait, 1970), Robert DeNiro und Mary Kay aus dem Film “New York New York“ (1977) und die der Mavericks aus „Apollo 13“ (1995) hervorgehoben.

Infos V

Das ein „Evergreen diesen Ausmaßes“ in Sinatras Repertoire nicht fehlen durfte, versteht sich fast von selbst – doch blieb seine Beschäftigung mit dem Lied eher sporadisch. Dafür lieferte er aber auch eine der besten Studioaufnahmen ab, die es überhaupt von dem Song gibt.

Wie oben bereits kurz erwähnt, fällt Frank Sinatras erste Begegnung mit „Blue Moon“ bereits in das Jahr 1940, als er gerade als Sänger von Harry James zum Orchester von Tommy Dorsey gewechselt war, der die populäre Melodie natürlich ebenfalls im Repertoire führte. Im Rahmen ihrer wöchentlichen Radioshow „Fame And Fortune“ bei NBC entstand im November 1940 im WEAF-Radiostudio in Hollywood eine erste Aufnahme (=Version #1), die jetzt auch offiziell auf CD (auf „Learn To Croon“, Buddha) verfügbar ist.

Die gut dreieinhalbminütige Fassung, bei der außer Sinatra und diversen Solisten auch der Bandchor zum Einsatz kommt, repräsentiert perfekt die Art der Balladenadaption, wie sie für die Swing-Ära typisch war. Auf eine eigene Studioaufnahme verzichteten Dorsey und Sinatra jedoch (nicht zuletzt wegen der großen Zahl bereits vorhandener Aufnahmen); Dorsey spielte das Stück später bei RCA Victor instrumental ein.

Im November 1946 hatte The Voice in seiner wöchentlichen CBS-Radioshow „Songs By Sinatra“ den Pianisten Cy Waller zu Gast, mit dem gemeinsam er ein längeres Piano-Medley zu Gehör brachte, zu dem auch eine kurze Fassung von „Blue Moon“ gehört (=Version #2).

Den Ansatz, sich mit sparsamerer Begleitung der Melodie und dem Text als Ballade zuzuwenden, vertiefte Sinatra dann zusammen mit seinem von Pianist Bill Miller angeführten „Sinatra Symphonette“ im NBC-Studio für seine Radioserie “To Be Perfectly Frank“ im Frühjahr 1954 (=Version #3). Die Aufnahme, die leider wie alles aus dieser musikalisch so ertragreichen Serie des frühen Capitol-Sinatra seit der damaligen Ausstrahlung bislang nur auf inoffiziellen Veröffentlichungen greifbar ist, ist vor allem mit Blick auf die damals inzwischen zahlreichen Coverversionen anderer Vokalisten (namentlich Billie Holiday) reizvoll.

Sinatras einzige kommerzielle Studioaufnahme von „Blue Moon“ entstand dann am 1. September 1960 bei Capitol Records zusammen mit Nelson Riddle für das Album Sinatra’s Swingin‘ Session (=Version #4).

Ein rassiger, klassischer Sinatra-Riddle-Swinger in zwar eher moderatem, durch den vollen Einsatz der Bläsersektionen in Riddles Orchester aber umso griffigerem Tempo, garniert mit kernigen Saxophonsoli von Buddy Collette und Plas Johnson und einem souverän-lässig-pointiert interpretierenden Sänger – eine Nummer, die zusammen mit dem am selben Tag aufgenommenen „September In The Rain“ sicher zu den Höhepunkten des Albums gerechnet werden muß.

Die LP kam Anfang Januar 1961 auf den Markt und hielt sich ab Februar insgesamt 36 Wochen in den Billboard-Charts , wo sie bis auf den dritten Platz vorrückte (und dort auch mit dem erwähnten, kurze Zeit später erschienenen Hit der Marcels erfolgreich konkurrierte.) Die Aufnahme, die Capitol 1963 auch auf dem Sampler "Sinatra Sings Rodgers & Hart" herausbrachte, war zugleich Sinatras letzte Beschäftigung mit „Blue Moon“, das er nach 1960 nie mehr gesungen hat.

Bei diesem Song bieten sich einmal mehr auch Quervergleiche zu den vielen anderen Versionen anderer Künstler (von denen hier nur einige genannt werden konnten) an – aber natürlich auch die Gelegenheit, Sinatras Interpretation über zwei Jahrzehnte hinweg zu verfolgen.

Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event, 2007

Übersetzung

Blauer Mond,
Du sahst mich dastehen, alleine,
ohne einen Traum in meinem Herzen,
ohne eine Liebe, die mir gehört.

Blauer Mond,
Du wußtest genau, warum ich dort war,
Du hörtest mich ein Gebet sprechen, für
jemanden, um den ich mich wirklich kümmern könnte.

Und dann erschien direkt vor mir
der (bzw. die) einzige, den (bzw. die) meine Arme je festhalten werden,
ich hörte jemanden flüstern: „Bitte bete mich an!“,
und als ich hinsah, war der Mond golden geworden.

Blauer Mond,
nun bin ich nicht länger allein,
ohne einen Traum in meinem Herzen,
ohne eine Liebe, die mir gehört.

© Übersetzung: Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event, 2007

Diskograhie:

(1) „Fame and Fortune“ (NBC Radio/Nature’s Remedies) #6 vom 21.11.1940
aufgenommen in Hollywood, WEAF Radio Station
Arrangement: N.N.
Vokalbegleitung: Band Chorus
Tommy Dorsey & His Orchestra:
Chuck Peterson, Ray Linn, Ziggy Elman (Trompete); Tommy Dorsey, George Arus, Les Jenkins, Lowell Martin (Posaune); Fred Stulce, Heinie Beau (Altsaxophon); Don Lodice, Paul Mason (Tenorsaxophon); Johnny Mince (Altsaxophon, Klarinette); Clark Yocum (Gitarre); Sid Weiss (Baß); Joe Bushkin (Klavier); Buddy Rich (Schlagzeug); Frank Sinatra (Gesang).
CD: Learn To Croon (Buddha) (erschienen 27.4.1999)

(2) „Songs By Sinatra“ (CBS Radio/Old Gold Cigarettes) vom 20.11.1946
aufgenommen in New York City, CBS Playhouse
Arrangement: N.N.
Duett mit Cy Waller, Piano [Teil eines Song-Medleys, Dauer dieses Teils: 1:05 min.]
CD: Old Time Radio Shows (Crabapple Sounds) CD 3

(3) „To Be Perfectly Frank“ (NBC Radio/AFRTVS) #39 vom 13.4.1954
zuvor aufgenommen in Burbank, NBC Studios [Aufnahmedatum nicht dokumentiert]
Arrangement: N.N.
The Sinatra Symphonette:
Sonny Salad (Klarinette); Bill Miller (Klavier); Tony Mottola (Gitarre); Mike Rubin (Baß); Johnny Blowers (Schlagzeug)
CD: FS After Hours (Artistry)

(4) CAPITOL-Studioaufnahme vom 1.9.1960
aufgenommen in Hollywood, Capitol Tower, Studio A
Arrangement: Nelson Riddle
Saxophonsoli: Buddy Collette, Plas Johnson
Orchester geleitet von Nelson Riddle:
Cappy Lewis, Mickey Mangano, Shorty Sherock, George Seaberg (Trompete); George Arus, Tommy Pederson, Gail Martin, Tom Shepard (Posaune); Bill Green, Buddy Collette, Chuck Gentry, Willie Schwartz, Plas Johnson (Saxophon, Holzbläser); Murray Kellner, Alex Beller, Victor Bay, Kurt Dieterle, William Weiss, Joseph Livoti, Jacques Gasselin, Mischa Russell, Louis Kaufman, Gerald Vinci (Violine); Alvin Dinkin, Stanley Harris (Bratsche); Ossip Giskin, Eleanor Slatkin, Armand Kaproff (Cello); Kathryn Julye (Harfe); Bill Miller (Klavier); Al Viola (Gitarre); Joe Comfort (Baß); Irving Cottler (Schlagzeug); Emil Richards (Percussion)
Erstveröffentlichung-Album/LP/CD: Sinatra’s Swingin‘ Session (Capitol) (zuerst erschienen 3.1.1961)
LP: [Sinatra] Sings Rodgers & Hart (Capitol) (erschienen 1963)
CD: Sinatra Sings The Select Rodgers & Hart (Capitol) (erschienen April 1995)
CD: The Heart Of The Matter (Capitol/EMI) (erschienen 2001 exklusiv bei Starbucks Coffee Company)

Alle Artikel wurden - soweit nicht anders vermerkt - von Andreas Kroniger geschrieben. Eine weitere Veröffentlichung unserer Artikel, Aufstellungen & Übersetzungen auf anderen Webseiten und/ oder anderen Medien ohne Anfrage und/ oder Genehmigung ist nicht gestattet.

Eine Genehmigung zur Veröffentlichung unserer Artikel/ Beiträge kann gerne nach Anfrage (Kontakt) und/ oder durch den Autor selbst im Einzelfall erfolgen.