The Main Event

Too Marvelous For Words

Titel

Too Marvelous For Words

Text & Musik

Musik von Richard Whiting, Text von Johnny Mercer

Infos

Aus dem insgesamt nur mäßig erfolgreiche Filmmusical „Ready, Willing and Able“ (1937, mit Ruby Keeler und Lee Dixon) stammt neben dem Titelsong, der vielleicht durch die schöne Version von Doris Day bekannt ist, mit „Too Marvelous For Words“ ein echter Evergreen.

Der Komponist Richard Whiting (1891-1938), Vater der erfolgreichen Jazzsängerin Margaret Whiting, und die Textdichterlegende Johnny Mercer (1909-1976), später einer von Sinatras engsten Freunden, hatten das Lied für den Film geschrieben, wo er von Ross Alexander gesungen wurde. Es ist ein lustiges Spiel mit Adjektiven, daher auch der clevere Bezug zum „Webster’s Dictionairy“, dem umfangreichsten (und traditionsreichen) Synonym-Wörterbuch der amerikanisch-englischen Sprache.

Achtzehn Jahre später dann, im Januar 1956, nahm dann auch Frank Sinatra den inzwischen recht populär gewordenen Song auf, zusammen mit Nelson Riddle für sein legendäres Capitol-Album „Songs For Swinging Lovers“ (= Version #1). Damit gelang ihm bei seiner ersten Arbeit mit dem Lied auf Anhieb eines der vielen Highlights auf dem Album.

Die Orchesterfassung mit Riddle gab Sinatra gelegentlich auch in den folgenden Jahren noch zum besten, zum Beispiel im April 1958 im Rahmen seiner wöchentlichen „Frank Sinatra Show“ auf ABC TV (=Version #2), und Anfang 1962 bei seinem Gastauftritt in der „Judy Garland Show“ (=Version #4).

Daneben entstanden in den späten Fünfziger und frühen Sechziger Jahren aber auch eine Reihe von Einspielungen mit kleiner Besetzung: Im Herbst 1959 sang Sinatra das Lied begleitet vom Red-Norvo-Quintett in seinem Fernsehspecial „An Afternoon With Frank Sinatra“ (= Version #3), und im Frühjahr 1962 nahm er den Song, neu arrangiert von Neal Hefti, mit auf seine Welttournee, bei der ihn das Bill-Miller-Sextett begleitete und von der eine Reihe von Aufnahmen existieren, in diesem Falle zwei TV-Aufnahmen aus Tokio (= Versionen #6a und #6b) sowie die beiden offiziell erschienenen Konzerte in London (=Version #7) und Paris (=Version #8).

Im September 1963 gab Sinatra ein denkwürdiges, da nur von Skitch Henderson am Klavier begleitetes Mini-Konzert für die Vereinten Nationen im Festsaal des UN-Gebäudes in New York City, und trug bei dieser Gelegenheit unter anderem auch dieses Lied vor. Bislang ist der Auftritt allerdings leider nur auf inoffiziellen CDs verfügbar, immerhin aber in erstklassiger Qualität.

Als Sinatra im Juli 1965 zusammen mit der Big-Band von Count Basie beim Newport-Jazz-Festival auftrat, hatte er ein komplett neu arrangiertes Songprogramm zu bieten – dazu gehörte auch „Too Marvelous For Words“, das, von Quincy Jones in verschärftem Tempo arrangiert, zu einem echten Sinatra-Basie-„Kracher“ wurde, den die beiden anschließend auch mit auf ihre Konzerttournee durch die USA nahmen. Im Oktober 1965 sang er diese phänomenale Fassung nochmals im Rahmen seines Auftrittes in der ABC-Fernsehshow „Hollywood Palace“ (= Version #9) zusammen mit Basie und seiner Truppe, so daß es davon glücklicherweise wenigstens eine professionelle Aufzeichnung gibt.
Leider aber gehörte der Chart, wie so viele andere erstklassige Sinatra-Basie-Live-Nummern von 1965 (wie z.B. „Hello Dolly“, dessen Arrangement recht ähnlich aufgebaut ist) im Januar 1966 nicht mehr zum Programm, als Reprise das Album "Live At The Sands“ in Las Vegas aufzeichnete.

Schon seit den frühen Sechziger Jahren tauchte das Lied immer wieder in diversen Medleys auf, die Sinatra zusammen mit Dean Martin oder Sammy Davis jr. zum Besten gab. Als Solo-Lied hat Sinatra das Stück nur noch zweimal gesungen: Am Silvesterabend 1975 bei seinem ausgedehnten Gala-Konzert im Chicago Stadium (nochmals in der Orchesterfassung von Nelson Riddle), und im März 1982 begleitet von Vincent Falcone jr. und seiner Rhythmusgruppe bei einem von Präsident Reagan initiierten Konzert im Weißen Haus in Washington zu Ehren des italienischen Staatspräsidenten Pertini.

Allen Fassungen gemein ist Sinatras immer wieder neu variierende Improvisationskunst beim Text, besonders in der Zeile „and just to very 'very' / to ever be in Webster’s dictionairy“... da kann dann schonmal ein "to-ever-wind-up-in-that-ffffffat-dictionairy" draus werden, oder ein Spiel über vier Takte mit dem Wort "diccc-tttt---tionnn-ary"... man hört fasziniert zu und stellt wieder einmal fest: Sinatra selbst war auch „too marvelous for words“!


Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event

Übersetzung

Zu fantastisch für Worte
(Too marvelous for words)

Du bist einfach zu fantastisch
Zu fantastisch für Worte wie "herrlich", "bezaubernd"
Und dieses ewige "liebreizend"
Es ist alles so wundervoll, ich werde niemals Worte finden
Die soviel ausdrücken, soviel erzählen
Ich meine, sie sind einfach nicht klasse genug
Du bist einfach "sehr, sehr", und "mehr als"
Um jemals in Websters Wörterbuch aufzutauchen
Und deshalb singe ich dir ein sehr komisches Liebeslied
Um dir zu sagen, dass du fantastisch bist
Zu fantastisch für Worte

Übersetzung: Andreas Bergmann
für Frank Sinatra - The Main Event
http://www.the-main-event.de

Diskographie:

(1) CAPITOL-Studioaufnahme vom 16.1.1956
aufgenommen in Hollywood, KHJ Studios (Take 7)
Arrangement: Nelson Riddle
Orchester geleitet von Nelson Riddle
Mannie Klein, Conrad Gozzo, Harry ‚Sweets‘ Edison, Mickey Mangano (Trompete); Jimmy Priddy, Milt Bernhart, Juan Tizol (Posaune); George Roberts (Baßposaune); Willie Schwartz, Harry Klee (Altsaxophon, Klarinette); Justin Gordon, James Williamson (Tenorsaxophon); Mort Friedman (Baritonsaxophon); David Frisina, Harold Dicterow, Felix Slatkin, Paul Shure, Mischa Russell, Paul Nero, Victor Bay, Alex Beller, Henry Hill, Marshall Sosson (Violine); Maxine Johnson, Milton Thomas, Alvin Dinkin (Bratsche); Eleanor Slatkin, Cy Bernard, Ennio Bolognini (Cello); Kathryn Julye (Harfe); Bill Miller (Klavier); George van Eps (Gitarre); Joe Comfort (Baß); Irv Cottler (Schlagzeug); Frank Flynn (percussion).
Album/LP/CD: Songs For Swinging Lovers (Capitol) (zugleich Erstveröffentlichung)

(2) „The Frank Sinatra Show“ (ABC TV/Chesterfield) vom 4.4.1958
aufgezeichnet in Hollywood, El Capitan Theatre (Aufzeichnungsdatum nicht dokumentiert)
Arrangement: Nelson Riddle
Orchester geleitet von Nelson Riddle

(3) „An Afternoon With Frank Sinatra“ (ABC TV/Timex) vom 13.12.1959
aufgezeichnet am 10.12.1959 in Hollywood
Arrangement: Nelson Riddle
The Red Norvo Quintet
Red Norvo (Vibraphon); Jerry Dodgion (Altsaxophon, Flöte); Jimmy Wyble (Gitarre); Red Wooten (Baß); John Markham (Schlagzeug); dazu Bill Miller (Klavier)

(4) „The Judy Garland Show“ (CBS TV/Chemstrand) vom 25.2.1962
aufgezeichnet am 4.-9.1.1962 in Burbank
Arrangement: Nelson Riddle
Orchester geleitet von Mort Lindsay
(auch als Kaufvideo offiziell erschienen)

(6) Japanische TV-LIVEAUFNAHMEN vom April 1962 („For All God’s Children“-Tour)
(6a) aufgenommen in Tokio, Hibiya Park (open-air), 20.4.1962
(6b) aufgenommen in Tokio, Mikado Theatre, 21.4.1962
Arrangement: Neal Hefti
Begleitung: Bill-Miller-Sextett
Emil Richards (Vibraphon); Harry Klee (Flöte); Al Viola (Gitarre); Ralph Pena (Baß); Bill Miller (Klavier); Irv Cottler (Schlagzeug)
Offiziell unveröffentlicht (auf inoffiziellen CDs erschienen)

(7) ARTANIS/TRAMA-Liveaufnahme vom 1.6.1962 („For All God’s Children“-Tour)
aufgenommen in London, Royal Festival Hall
Arrangement: Neal Hefti
Begleitung: Bill-Miller-Sextett
Emil Richards (Vibraphon); Harry Klee (Flöte); Al Viola (Gitarre); Ralph Pena (Baß); Bill Miller (Klavier); Irv Cottler (Schlagzeug)
CD: The 1962 London Concert (Artanis/Trama, offiziell nur in Brasilien erschienen)

(8) REPRISE-Liveaufnahme vom 7.6.1962 („For All God’s Children“-Tour)
aufgenommen in Paris, Olympia
Arrangement: Neal Hefti
Begleitung: Bill-Miller-Sextett
Emil Richards (Vibraphon); Harry Klee (Flöte); Al Viola (Gitarre); Ralph Pena (Baß); Bill Miller (Klavier); Irv Cottler (Schlagzeug)
CD: Sinatra & Sextet Live In Paris (Reprise) falsches Datum „5.6.“ und falscher Ort „Lido“ auf dem Cover und im Booklet

(9) „The Hollywood Palace Show“ (ABC TV) vom 16.10.1965
aufgezeichnet in Hollywood, Hollywood Palace Theatre (Aufzeichnungsdatum nicht dokumentiert)
Arrangement: Quincy Jones
Orchester Count Basie geleitet von Quincy Jones
Al Aarons, Sonny Cohn, Wallace Davenport, Harry ‚Sweets‘ Edison, Phil Guilbeau (Trompete); Henderson Chambers, Al Grey, Bill Hughes, Grover Mitchell (Posaune); Eddie ‚Lockjaw‘ Davis, Eric Dixon, Charles Fowlkes, Marshall Royal, Bobby Platter (Saxophon); Count Basie (Klavier); Freddie Green (Gitarre); Norman Keenan (Baß); Sonny Payne (Schlagzeug).
(auch auf inoffiziellen CDs erschienen)

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