They All Laughed

Titel

They All Laughed

Text & Musik

Musik von George Gershwin, Text von Ira Gershwin

Infos

Der Musicalfilm „Shall We Dance“ (RKO Radio Pictures) brachte 1937 zum siebten Male das damalige Traumpaar Fred Astaire und Ginger Rogers gemeinsam auf die Leinwand. Daß es einer ihrer schönsten Streifen wurde, lag nicht zuletzt an der erstklassigen Musik, die von George Gershwin (1898-1937) und Ira Gershwin (1896-1983) stammte und den beiden Brüdern eine Oscar-Nominierung für den besten Soundtrack einbrachte – viele Songs aus diesem Musical sind bis heute Klassiker geblieben, z.B. „They Can’t Take That Away From Me“ (im Film von Fred Astaire gesungen), und eben „They All Laughed“, eine Nummer für Ginger Rogers und unser neues Wochenthema. Es waren zugleich einige der letzten Arbeiten von George Gershwin, der im Sommer 1937 einem Gehirntumor erlag.

Während Frank Sinatra mit „They Can’t Take That Away“ schon zu frühen Capitol-Zeiten Erfolge feierte, dauerte es bis Ende der Siebziger Jahre, bevor er sich auch des zweiten großen Hits aus „Shall We Dance“ annahm – im Juli 1979, als Sinatra mit den Aufnahmen für sein großes Reprise-Dreifachalbum „Trilogy“ begann, war es soweit. Für den ersten Teil „The Past“ schrieb Billy May ein rassiges, äußerst schnelles Swing-Arrangement zu „They All Laughed“, das Sinatra mit großem Orchester einspielte (= Version #1).

Doch mit dem Ergebnis war Sinatra nicht zufrieden. Billy May änderte sein Arrangement ab, nahm das Tempo etwas heraus, und als die beiden dann zwei Monate später, im September 1979, das Lied erneut bei Reprise einspielten, war auch das begleitende Orchester insgesamt etwas abgespeckt und in einzelnen Instrumenten umbesetzt worden (= Version #2). Diese entspanntere, „relaxtere“ Fassung erschien dann im März 1980 auf „Trilogy“, während die erste Studioaufnahme bis heute offiziell unveröffentlicht geblieben ist.

Bemerkenswert an Sinatras Version ist, daß er die Eingangsverse und die komplette zweite Strophe des Liedes ganz weggelassen hat, wodurch die cleveren Zeilen der ersten Strophe stärker in den Mittelpunkt rücken – einer von Ira Gershwins besten und charmantesten Texten, wie ich finde. „Laß die doch ruhig alle lachen!“ denkt sich der Verliebte und läßt sich nicht beirren, denn schließlich haben ja schon alle über Thomas Edison, die Gebrüder Wright oder Guglielmo Marconi gelacht, als sie ihre Erfindungen propagierten, die allesamt erfolgreich wurden – wer zuletzt lacht, lacht eben immer noch am besten!

Auf der Konzertbühne brachte Sinatra das Stück nur sehr selten – einmal im November 1979 in Atlantic City (begleitet von der schnelleren Variante des Billy-May-Arrangements), und nochmals kurzzeitig im Sommer 1982.


Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event

Übersetzung

Alle haben sie gelacht über Christoph Columbus,
als er sagte, die Erde sei rund.
Alle haben sie gelacht, als Edison Klänge aufgezeichnet hat [Thomas Alva Edison, 1847-1931].
Alle haben sie gelacht über Wilbur und seinen Bruder [Wilbur Wright 1867-1912, Orville Wright 1871-1948],
als sie behaupteten, der Mensch könne fliegen.
Zu Marconi [Guglielmo Marconi, 1874-1937] sagten sie,
drahtlose Telegraphie wäre Blödsinn...
Alles dieselbe Leier!

Sie haben über mich gelacht, als ich Dich wollte,
sie sagten, ich würde nach Unmöglichem verlangen,
aber, oh, Du wurdest Wirklichkeit,
nun werden sie ihr Gerede ändern müssen!

Alle sagten sie, wir könnten niemals glücklich werden,
alle haben sie über uns gelacht, und wie!
Aber, hohoho, wer lacht nun zuletzt?

Sie haben über mich gelacht, als ich Dich wollte,
sie sagten, es würde „Hallo & Tschüß!“ daraus werden.
Aber, oh, Du wurdest Wirklichkeit,
nun haben sie Abbitte zu leisten!

Alle haben sie gesagt, wir würden niemals zusammenkommen:
Schatz, komm wir verbeugen uns!
Denn, hohoho, wer lacht zuletzt?
Hihihi, komm wir lachen über die Vergangenheit,
Hahaha – wer lacht nun zuletzt?

Bernhard Vogel für Sinatra - The Main Event

Diskographie:

(1) REPRISE-Studioaufnahme vom 17.7.1979
aufgenommen in Hollywood, Western Recorders
Arrangement: Billy May
Orchester geleitet von Billy May:
John Audino, Charles Findley, Uan Rasey, Charles Turner (Trompete); Dick Nash, Lloyd Ulyate, Charles Loper, James Self (Posaune); Vincent de Rosa, Richard Perissi, Henry Sigismonti (Horn); Willie Schwartz, Ted Nash, Gene Cipriano, Jules Jacob, John Lowe (Holzbläser); David Frisina, Paul Shure, James Getzoff, Harry Bluestone, Marshall Sosson, Stanley Plummer, Marvin Limonick, Israel Baker, Nathan Ross, Joe Stepansky, Robert Sushel, Mary Lundquist, Sheldon Sanov, Ronald Folsom, Norman Carr, Dorothy Wade, Harris Goldman, David Turner (Violine); David Schwartz, Allan Harshman, Linn Subotnick, Archie Levin, Pamela Goldsmith, Janet Lakatos (Bratsche); Eleanor Slatkin, Douglas Davis, Frederick Seykora, Raymond Kelley, Marie Fera, Mary Lane (Cello); Verlye Mills (Harfe); Vincent Falcone jr. (Klavier); Al Viola (Gitarre); Gene Cherico (E-Baß); Mike Rubin, Peter Mercurio (Baß); Irving Cottler (Schlagzeug); Larry Bunker (Percussion)
offiziell unveröffentlicht

(2) REPRISE-Studioaufnahme vom 18.9.1979
aufgenommen in Hollywood, Western Recorders
Arrangement: Billy May
Orchester geleitet von Billy May:
John Audino, Charles Findley, Robert Findley, Charles Turner (Trompete); Dick Nash, Lloyd Ulyate, Bill Watrous (Posaune); Tommy Johnson (Tuba); Willie Schwartz, Ted Nash, Robert Steen, Jules Jacob, John Lowe (Holzbläser, Saxophon); David Frisina, Harry Bluestone, Marshall Sosson, Stanley Plummer, Marvin Limonick, Israel Baker, Mary Lundquist, Norman Carr (Violine); Allan Harshman, Pamela Goldsmith (Bratsche); Douglas Davis, Raymond Kelley (Cello); Verlye Mills (Harfe); Vincent Falcone jr. (Klavier); Al Viola (Gitarre); Gene Cherico, Mike Rubin (Baß); Irving Cottler (Schlagzeug); Dale Anderson (Percussion); Sue Allen, Dick Bolks, Gene Merlino, Mike Redman (Backgroundgelächter).
Album/LP/CD: Trilogy [Teil 1: The Past] (Reprise)

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